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Südesee schützt Haie

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6671 Kilometer lang: Der Nil. „Wer über die Wellen des Nils reitet, braucht Segel, die aus Geduld gewebt sind“, heißt ein altes ägyptisches Sprichwort.

Wer auf ihm heute unterwegs ist, vergisst zumindest die Zeit – es ist scheinbar wie einst, wie vor 100, 500 oder 1000 Jahren. Feluken queren den Strom, die uralten Bootstypen mit dem schräg gestellten Segel. Und immer wieder taucht plötzlich eines der typischen Lehmziegeldörfer aus dem Grün der Felder auf. Kinder laufen lachend am Fluss entlang. Kuhreiher heben ab, träge und fast gelangweilt. Und am Himmel kreisen Turmfalken, während  sich Nilgänse, Teichrohrsänger und Pelikane das Ufer friedlich teilen.

Die Überschwemmungen machten das Land an seinen Flanken fruchtbar und die Menschen reich – so entstanden die Hochkulturen. Blieb das Hochwasser indes aus, gab es Hungersnöte, ganze Machtsysteme brachen zusammen – wie unter den sieben fetten und den sieben mageren Jahren aus der Bibel.

Schon aus diesem Grunde entwickelten die Ägypter Ersatzsysteme – eine ausgeklügelte Bewässerungstechnik entstand. Sie bauten Kanäle, erfanden zusätzlich „Nilometer“ – Pegelstationen, die bis heute wie etwa in Assuan auf der Flussinsel Elephantine erhalten geblieben sind.

Selten noch zu sehen sind Wasserschöpfräder, die „Sakia“, auch heute noch von einem Esel oder einem geduldigen Ochsen angetrieben – und „Shadouf“, archaische Wasserhebewerke, die das regelmäßige Hochwasser des Nils nutzen, um die Fel­der zu bewässern.

Erst der Hochdamm bei Assuan und der sich davor stauende Nasser-See – mit 5250 Quadratkilometern der größte künstliche See der Welt – brachten ab 1971 mehr Verlässlichkeit, wenn auch die Überflutungen geringer (und viele glauben: viel zu gering) ausfallen als früher.

35 000 Arbeiter verarbeiteten für den Hochdamm in den elf Jahren Bauzeit 18 Mal so viel Material wie für die Cheopspyramide. Das Ergebnis: Bis zu fünf Ernten – vor allem Hirse, Reis und Weizen – gewinnen die Fellachen in zwei Jahren bei günstigsten Konditionen aus dem Boden.